Industriemetalle / Commerzbank Commodity Research 02.09.2010:

 

Sowohl der chinesische als auch der US-Einkaufsmanagerindex haben gestern positiv überrascht: Letzterer ist im August von zuvor 55,5 auf 56,3 gestiegen, während der Konsens mit einem Rückgang auf 52,8 gerechnet hatte. Die Pkw-Absatzzahlen im August für die USA lagen zwar mit annualisiert 11,5 Mio. Autos „nur“ im Rahmen der Erwartungen, aber die Zahlen aus Japan überzeugten: mit 291 Tsd. Autos wurden im August dank staatlicher Anreize 47% mehr Standard-Autos verkauft als im Vorjahr. Weil sich der Markt angesichts der zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA mehr und mehr auf das Szenario „double-dip“, d.h. einen erneuten Konjunkturabschwung in den USA eingestellt hatte, konnten die Nachrichten den Aktienmärkten und den Industriemetallen auf die Beine helfen. Der Kupferpreis kletterte um 2,2% auf ein neues Viermonatshoch über 7.600 USD je Tonne. Am Kupfermarkt stützt zusätzlich, dass die übliche Nachfrageabschwächung im 3.Quartal bislang ausgeblieben ist und sich stattdessen der Markt trotz starker Produktionssteigerungen in Chile und anderen Ländern eingeengt hat. Dies zeigt sich auch in den äußerst niedrigen Raffinerieaufschlägen und Verarbeitungsgebühren (TC/RC) der Kupferschmelzen und fallenden Lagerbeständen.
Die zwei wichtigsten Input-Faktoren bei der Stahlherstellung Eisenerz und Kokskohle dürften sich im vierten Quartal verbilligen. Während die japanischen Stahlunternehmen, die oft als erste die Benchmark setzen, bei der Kokskohle einen Nachlass von 7% von zuvor 225 USD auf 209 USD je Tonne erhalten werden, dürfte der Rückgang der Eisenerzpreise sogar 10-12% betragen. Von der Spitze im April haben sich die Spot-Preise mittlerweile weit entfernt, wobei die Eisenerzproduzenten, die zuvor von den Preissteigerungen am Kassamarkt profitiert hatten, jetzt konsequenterweise auch die Preisrückgänge an die Stahlfirmen weitergeben werden.

 

WGM Geschäftsklima NE-Metallhalbzeug

Das Geschäftsklima des NE-Metallhalbzeughandels (berechnet aus der Lage und den Erwartungen) hat sich in den zurückliegenden drei Monaten deutlich verbessert. Ausschlaggebend hierfür sind die weiterhin positiven Beurteilungen der aktuellen Geschäftslage und sowie die optimistischen Erwartungen. [mehr...]

Aufträge

Die Auftragseingänge in der Industrie haben vorläufigen Angaben zufolge im Juni preis- und saisonbereinigt deutlich um 3,2 % zugenommen. Im Vormonat waren sie leicht rückläufig (-0,1 %). Ein deutlich überdurchschnittlicher Umfang an Großaufträgen - hauptsächlich aus dem Ausland im Bereich des Sonstigen Fahrzeugbaus - beeinflusste das aktuelle Gesamtergebnis positiv [mehr...]

Produktion

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe ist im Juni vorläufigen Angaben zufolge preis- und saisonbereinigt leicht um 0,6 % zurückgegangen. Im Monat zuvor war sie aufwärts revidiert um 2,9 % angestiegen. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Erzeugung im Bauhauptgewerbe schwächten sich jeweils um 0,9 % ab, während sich der Ausstoß im Bereich der Energie um 3,6 % erhöhte [mehr...]

ifo Geschäftsklima

Das ifo Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im August weiter leicht verbessert. Somit bekräftigt der ifo Geschäftsklimaindex seinen deutlichen Anstieg vom Juli [mehr...]